Willkommen in der Kindertagespflege "mit allen Sinnen"


Mein Name ist Mandy Wenzel; ich bin am 24.03.1982 in Chemnitz geboren und bin Mutter von drei Kindern. Mein Sohn ist im Oktober 2002 geboren und meine beiden Töchter im Mai 2016 sowie im Januar 2018.

Bei meiner Arbeit als Technische Produktdesignerin im Maschinen- und Anlagenbau habe ich festgestellt, dass mich die Arbeit am PC nicht erfüllt und mir der Kontakt mit Menschen bei der täglichen Arbeit fehlt.

Obwohl ich in Sachsen geboren bin und auch den größten Teil meines bisherigen Lebens in Sachsen lebe, habe ich meine Kindheit in Niederbayern in einem kleinen Dorf im Wald verbracht. Wir Kinder spielten im Wald oder auf dem benachbarten Bauernhof. Aufgrund dieser Erfahrungen und aufgrund dessen was ich im späteren Leben noch gelernt habe, bin ich der Meinung, dass das Erkunden der Natur und verschiedener Materialien in der Umgebung sehr wichtig für Kinder ist. Kreativität, Sport (Bewegung), Musik und gesunde Ernährung sind auch essenzielle Bausteine der Entwicklung und Bildung von Kindern.

Ich bin ein sehr intuitiver Mensch und mir bereitet es viel Freude Kinder dabei zu begleiten und zu beobachten wie sie sich und die Welt erkunden und entdecken. Dieser Prozess ist immer wieder spannend. Ich finde es schön, wenn ich die Neugier, Freude und Spannung der Kinder mitempfinden darf. Die Welt mit Kinderaugen zu sehen, eröffnet uns die Möglichkeit vergessene Wunder neu zu erleben. Diese Arbeit ist sehr interessant und wird mir nie langweilig. Dabei sehe ich es als meine Aufgabe hier immer neue Anreize zu setzen und Hilfestellung zu geben.

Aus meiner Sicht als Mutter bin ich der Meinung, dass mehr qualifizierte Menschen benötigt werden, die diese verantwortungsvolle Tätigkeit mit Leidenschaft ausüben.

 

Der Respekt vor der Individualität des Kindes steht für mich im Vordergrund. Es geht mir darum

-       dem Kind den Raum zu geben, den es braucht um freie Entscheidungen zu treffen und selbstständig zu denken und zu handeln.

-       Dabei soll es die Gelegenheit bekommen seinen eigenen Bedürfnissen zu folgen.

Den Grundgedanken formulierte Maria Montessori so: „hilf mir es selbst zu tun“. Wichtig dafür ist ein vorbereiteter Raum, in dem die Kinder selbstständig entscheiden können was sie in diesem Moment erkunden und erlernen wollen und auch in der Lage sind sich diese Materialien selbst zu beschaffen.

Auch in Zukunft möchte ich mich zu diesem Thema weiterbilden und meine Arbeit mit den Kindern darauf auslegen ihnen bei der Selbstbildung größtmöglichen Raum zu bieten.

 

Bei der WBS-Leipzig habe ich im Mai 2019 meine Ausbildung zur Tagespflegeperson abgeschlossen welche den Grundkurs, das Curriculum des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) zur Qualifizierung in der Kindertagespflege gemäß § 3 SächsQualiVO, einen Erste Hilfe Kurs am Kind und ein Praktikum beinhaltet.

Mit Beginn meiner Selbstständigkeit ab 01.08.2019 habe ich zwei Monate als Vertretungstagesmutter gearbeitet, um mich mit dem gesamten Ablauf einer Kindertagesstätte vertraut zu machen.

Seit dem 01.10.2019 ist meine Kindertagespflege "mit allen Sinnen" in Leipzig/Gohlis Süd geöffnet.


Konzept


1. Was bedeutet Kindertagespflege 

Kindertagespflege ist eine Betreuungsform für Kinder, die überwiegend in der Wohnung der Kindertagespflegeperson (Tagesmutter) stattfindet (oder angemietete Räume für die Kindertagespflege). Die Kindertagespflegeperson ist diejenige die den Alltag organisiert, Bildungsangebote zur Verfügung stellt und für die Beköstigung und das erledigen der anfallenden Haushaltstätigkeiten im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung zuständig ist.

Kindertagespflege ist ein Familienähnliches zusammenleben von Erwachsenen und Kindern. Die Tagesmutter hat dabei den gesetzlichen Auftrag der Erziehung, Bildung und Betreuung sowie der Förderung von Kindern. Sie muss sich ihres Auftrags bewusst sein und sich umfassend informieren und weiterbilden, um den Kindern der Bildungs- und Entwicklungsbegleiter zu sein den sie brauchen.

In der familienähnlichen Betreuungssituation hat die Alltagsbildung eine besondere Bedeutung. Die Kinder lernen miteinander, voneinander und profitieren von alltäglichen Lernsituationen.

 

Der Neurobiologe Gerald Hüther formulierte folgendes:

„Nur wer das richtige Gefühl für seinen Körper entwickelt, kann auch seine kognitiven Potentiale entfalten. Erste Studien beweisen das: Grundschüler, die besonders gut in Mathe sind, können auch besonders gut balancieren. Der Mensch erwirbt die Voraussetzungen für das dreidimensionale und abstrakte Denken, für die Mathematik, indem er seinen Körper in der Balance zu halten lernt“.

 

In der Kindertagespflege erleben kleine Kinder in einer anregenden Umgebung die soziale Gruppe als Basis für Bildung und Förderung.

Die Größe der Gruppe unterstütz die „Arbeit“ der Kinder, denn eine kleine Gruppe mit maximal 5 Kindern ist für Kinder unter 3 Jahren übersichtlich. Die Tagesmutter ist die kontinuierliche Bezugsperson. Diese Situation vermittelt gerade kleinen Kindern Sicherheit.

Das Gefühl von Zuwendung und Sicherheit brauchen kleine Kinder um neugierig die Welt zu entdecken.

 

(Auszug aus „Lernort Kindertagespflege – Bildungsprozesse von Kindern verstehen und fördern)


2. Rahmenbedingungen

Meine Kindertagespflege befindet sich im schönen Stadtteil Gohlis im Norden von Leipzig. In unmittelbarer Umgebung gibt es mehrere Spielplätze und Parks, wie z.B. den Brettschneiderpark, den Budde-Park oder auch verschiedene öffentliche Spielplätze, sowie Gartenspielplätze. Auch der Leipziger Zoo ist mit der Straßenbahn in wenigen Minuten zu erreichen.

Die Drei-Zimmer-Wohnung liegt im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum eingezäunten Gartenbereich und ist nicht weit von der Haltestelle „Coppiplatz“ der Straßenbahn Linie 4 oder Georg-Schumann-Straße/Lindenthaler Straße der Linien 10 und 11 entfernt. Auch mit der Buslinie 90 ist sie gut zu erreichen.

Die Wohnung hat ein geräumiges Spielzimmer mit mehreren verschiedenen Themenbereichen sowie ein Schlafzimmer für den erholsamen Mittagsschlaf der Kinder. Alle Räume sind mit Rauchmeldern sowie Fenster- und Türsicherungen ausgestattet.

Auch kindgerechte Möbel und altersgerechtes Spielzeug sind ausreichend vorhanden.

 

Ich betreue Kinder von 7.30 - 15.30 Uhr, von Montag bis Freitag.

 

Ich habe verschiedene Schließzeiten durch Urlaub und Weiterbildung, diese gebe ich noch gesondert bekannt.

Bei Ausfällen durch Krankheit arbeite ich mit einer Vertretungstagesmutter der Stadt Leipzig zusammen, die in Regelmässigen Abständen Hospitationen bei uns in der Tagespflege durchführt damit die Kinder sie bereits Kennen. Sollte die Vertretungstagesmutter nicht zur Verfügung stehen (z.B. aufgrund Vertretung einer anderen Tagesmutter) wird die Vertretung über die Stadt Leipzig geregelt. Hierführ stehen verschiedene Vertretungsstützpunkte zur Verfügung.


3. Ziele für die pädagogische Arbeit mit Kindern

Meine Ziele für die pädagogische Arbeit mit Kindern sind:

 

-      Die Kinder sollen den benötigten Raum für freies Spiel erhalten

-      Die Möglichkeit für Jedes Kind Selbstwirksamkeit und Selbstwert zu erfahren

-      Gleichberechtigung und Gleichwert für alle

-      Sorgsamer Umgang mit sich selbst, den Andern und der Umwelt

-      Entdecken und Erforschen der Welt auf Grundlage einer sicheren Bindung und Beziehung

-      Selbstbildung im individuellen Tempo eines Jeden Kindes

 

Bei der pädagogischen Arbeit mit den Kindern richte ich mich nach dem Sächsischen Bildungsplan. Dieser umfasst 6 Bereiche auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte.

 

3.1 Sächsischer Bildungsplan

Somatische Bildung:

Die Somatische Bildung steht am Anfang, da es in den ersten Jahren einen Großteil der Arbeit mit Kindern ausmacht, sie gesund, satt und sauber zu halten. Nur wenn diese grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind, können sich Kinder für neue Erfahrungen und Aktivitäten öffnen.

„Gesundheit meint dabei allerdings mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie schließt Psychische und soziale Aspekte mit ein. Der Umgang mit Gefühlen, Befindlichkeiten und Konflikten, die Erfahrungen des Angenommenseins, des Rückhalts in vertrauensvollen Beziehungen und der sozialen Anerkennung sind wichtige Einflussfaktoren von Gesundheit. Gesundheit entspringt der Balance von gesundheitsgefährden Faktoren und Schutzfaktoren. Neben der Minimierung von Gefahren und Risiken gilt es, die Herausbildung von Stärken, Kompetenzen und gesundheitlichen Res-sourcen zu befördern, für die bereits im Alter von null bis sechs Jahren wichtige Grundsteine gelegt werden können.“ (Einführung Somatische Bildung, Sächsischer Bildungsplan)

Das Wohlbefinden steht bei der Somatischen Bildung im Vordergrund. Wohlbefinden ist für Kinder und pädagogische Fachkräfte eine Grundbedingung dafür, dass Bildungsarbeit Spaß macht und erfolgreich sein kann.

Beim Wohlfühlen spielen sowohl psychische als auch physische Aspekte eine Rolle. Die Kinder sollen bei der Somatischen Bildung dafür sensibilisiert werden, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und eigenverantwortlich für sich und die eigene Gesundheit zu sorgen.

Die Vermittlung von gesundheitsbezogenem Wissen spielt genauso eine Rolle, wie das Vorbild der Erwachsenen und auch Rahmenbedingungen wie die Gestaltung des Spielzimmers.

Die Bedürfnisse des Einzelnen können in Konflikt mit den Bedürfnissen und Anforderungen der Gruppe stehen, daher ist es hier wichtig Kompromisse zu finden und dabei das Wohlbefinden des Einzelnen in den Vordergrund zu stellen.

Durch Bewegung lernen Kinder nicht nur ihren eigenen Körper und ihre Fähigkeiten kennen, sondern Bewegung begünstigt auch die Ausbildung kognitiver, sozialer und emotionaler Fähigkeiten.

 

Kommunikative Bildung:

Der Dialog ist ein unverzichtbares Fundament aller anderen Bildungsprozesse und Entwicklungsmotor!

Kommunikation besteht auch aus nonverbaler Kommunikation. Kinder nehmen als erstes Körperbewegungen und Geräusche sowie Mimik wahr und ahmen sie nach. Sie eignen sich Gesten und mimische Äußerungen an und lernen Wort und Satzmelodien.

 

Sprechen muss erst körperlich erlernt werden. Schon vor der Sprache spüren Kinder Ablehnung und Anerkennung sowie Beziehung.

Sie bringen auch selbst durch Schreien, Gesten und Laute, Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck.

Dialog bedeutet für Kinder: Freude am gegenseitigen Verstehen; sich nahekommen; Anerkennung durch andere; Selbstwirksamkeit durch Beeinflussen des Gegenübers. So ist z.B. der Säugling begeistert, wenn er seine Mutter anlächelt und diese zurück lächelt.

 

Dialog bedeutet Chancen:

-      sozialen Austausch

-      gleichberechtigte Teilhabe

-      soziale Erlebnisse und Erfahrungen

-      Horizont erweitern

Daher bestehen hier bestimmte Anforderungen an mich als Tagespflegeperson. Eine offene und zugewandte Haltung, falsch Ausgesprochenes selbst richtig wiederholen, ganze Sätze sprechen, Kinder erzählen lassen, Fragen stellen, zuhören und nicht unterbrechen, Wortschöpfungen zulassen.

Ich versuche dies umzusetzen und Gelegenheiten zu bieten, in denen Dialog stattfinden kann. Dies kann möglicherweise mit Fingerpuppen oder Stofftieren angeregt werden.

 

Soziale Bildung

Die Herausbildung der eigenen Identität findet im Kontakt mit anderen Menschen statt.

Wichtig ist die Beteiligung. Darüber was Beteiligung bedeutet und wie viel und wo sich jedes Kind beteiligen möchte, können sehr unterschiedliche Auffassungen herrschen. Jedoch sind immer verschiedene Menschen notwendig, die sich „beteiligen“ und deren Handlungsspielräume, Interessen, Wünsche und Ängste sehr verschieden sind. Beteiligung setzt Vertrauen und Achtung voraus und basiert auf der Erkenntnis, dass Kinder etwas zu sagen haben, dass man ihnen zuhört und sie ernst nimmt.

Die Kinder erhalten hier die Gelegenheit an Entscheidungsprozessen des eigenen Lebens und der Gruppe mitzuwirken und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.

 

Ästhetische Bildung

Kinder entdecken und erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen. Sie fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken. Sie formen diese Sinneseindrücke und geben diesen Ausdruck. Jedes Sinnesorgan findet in unterschiedlichen Bereichen Ausdruck. Unterschiedliche Materialien in Form und Farbe geben den Kindern ein Sinnliches Erlebnis. Ästhetische Bildung ist nicht auf das Ergebnis ausgerichtet, sondern auf die Tätigkeit an sich. Wahrnehmen mit allen Sinnen steht immer in Zusammenhang mit Denken und Handeln.

Kinder brauchen die Möglichkeit eigenständig kreativ zu sein, z.B. durch:

-      Materialsammlungen aller Art

-      Wanderungen und Naturbeobachtungen

-      Lesen und Musik hören

-      Spiel und Bewegung

 

Naturwissenschaftliche Bildung

Kinder brauchen die Gelegenheit ihre eigenen Antworten auf ihre Fragen zu finden. Dazu ist eine geeignete Lernumgebung ebenso notwendig wie Erwachsene, die ihnen zur Seite stehen und sie begleiten. Kinder müssen eigene Erfahrungen mit Elementen und Phänomenen aus der sie umgebenden Natur, Kultur und Religion machen. Das gemeinsame Erforschen und Erkunden der Natur findet beim Sammeln, Betrachten und Ausprobieren statt. Dies ermöglicht das Erkennen von Zusammenhängen und die Suche nach neuen Wegen und Lösungen.

Beim Basteln können Kenntnisse über Materialien, Bearbeitungs-Techniken, Kräften und Umgang mit Werkzeugen erworben werden.

Verschiedene Techniken wie z.B. Malen, Schneiden, Hämmern und Kleben fördern außerdem die Feinmotorik.

Jedes Kind verfolgt seine eigenen Lernziele und erkundet die Welt wie Wissenschaftler. systematisch, konzentriert und unbeirrbar konsequent.

 

Mathematische Bildung

Die Entwicklung von mathematischen Vorstellungen ist grundlegend für das Verstehen von Zusammenhängen und die Erklärung von verschiedenen Phänomenen.

Menschen können auf verschiedene Arten Formen, Menge und Ordnung erfassen.

Musik ist ein zentraler Schlüssel zur Mathematik. Rhythmus, Taktgefühl und Noten lesen fördern logisches Denken. Aufmerksamkeit, Konzentration und räumliches Denken werden durch das musizieren und Musik hören unterstützt.

Bewegung kann als zweiter Schlüssel angesehen werden. Die Lage im Raum und ihre Gesetzmäßigkeiten lassen sich über Bewegung erleben.

Um ein Zahlenverständnis zu entwickeln sind das Erleben und Begreifen von Formen genauso grundlegend wie die Vorstellung von Lage, Größe, Gewicht oder Menge. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden entdeckt.

Auch Ordnen fördert die Entwicklung mathematischen Denkens.

Es ist wichtig, dass die Kinder zuallererst lernen ihr eigenes Denken wahrzunehmen.

 

Das Kind wird zum Entdecker der Welt und hat den Wunsch,

immer tiefer einzudringen und seine Entdeckungen zu verwerten.

Und was ist die Geschichte der Kultur anderes

Als die Geschichte der Entdeckungen

-Maria Montessori-

 

4. Gesetzliche Grundlagen

Gemäß § 2 Abs. 6 SächsKitaG unterstütz und ergänzt Kindertagespflege als Alternative zur Förderung in Kindertageseinrichtungen die Bildung und Erziehung des Kindes in der Familie.

 

Jede Form von Kindertagespflege findet ihre rechtlichen Grundlagen in den bundesrechtlichen Vorgaben nach §22 ff und § 43 SGB VIII. Darüber hinaus gelten im Rahmen des SGB VIII und des Bundeskinderschutzgesetzes (BkiSchG) § 8a – Schutzauftrag bei Kindeswohlgefärdung, § 72a – Persönliche Eignung und § 90 – Pauschalisierte Kostenbeteiligung.

Der Freistaat Sachsen hat die Kindertagespflege im SächsKitaG § 1-4, 7, 8, 15, 17, 18, 21 sowie im Landesjugendhilfegesetz (LJHG) § 23 – 26 in Bezugnahme auf das SGB VIII umfassend landesrechtlich geregelt.

 

Jede Kindertagespflegeperson muss ein Zertifikat über die Grundqualifikation vorweisen.

Außerdem sind das Curriculum des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) zur Qualifizierung in der Kindertagespflege gemäß § 3 SächsQualiVO innerhalb der ersten drei Jahre der Tätigkeit zu erwerben.

 

4.1 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefärdung

BKiSchG SGB VIII §8

 

(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Erziehungsberechtigten anzubieten.

(2) Hält das Jugendamt das Tätigwerden des Familiengerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen; dies gilt auch, wenn die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken. Besteht eine dringende Gefahr und kann die Entscheidung des Gerichts nicht abgewartet werden, so ist das Jugendamt verpflichtet, das Kind oder den Jugendlichen in Obhut zu nehmen.

(3) Soweit zur Abwendung der Gefährdung das Tätigwerden anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei notwendig ist, hat das Jugendamt auf die Inanspruchnahme durch die Erziehungsberechtigten hinzuwirken. Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.

(4) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass

1.

deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes oder Jugendlichen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,

2.

bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend hinzugezogen wird sowie

3.

die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.

In die Vereinbarung ist neben den Kriterien für die Qualifikation der beratend hinzuzuziehenden insoweit erfahrenen Fachkraft insbesondere die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte der Träger bei den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann.

(5) Werden einem örtlichen Träger gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt, so sind dem für die Gewährung von Leistungen zuständigen örtlichen Träger die Daten mitzuteilen, deren Kenntnis zur Wahrnehmung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung nach § 8a erforderlich ist. Die Mitteilung soll im Rahmen eines Gespräches zwischen den Fachkräften der beiden örtlichen Träger erfolgen, an dem die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche beteiligt werden sollen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.

 

5. Bild vom Kind

„Du hast das Recht genauso geachtet zu werden, wie ein Erwachsener. Du hast das Recht, so zu sein, wie du bist. Du musst dich nicht verstellen und so sein, wie die Erwachsenen das wollen. Du hast das Recht auf den heutigen Tag. Jeder Tag deines Lebens gehört Dir, keinem sonst. Du, Kind, wirst nicht erst Mensch, Du bist Mensch.“ (Janusz Korezak)

 

Jedes Kind ist ein Wunder. Es gibt uns die Möglichkeit uns wieder auf das (V)erlernte zu besinnen. Wenn wir die Welt durch die Augen eines Kindes sehen, dann haben wir die Gelegenheit die Welt noch einmal neu zu entdecken; voller Liebe, Neugier und ohne Vorurteile. Wir sehen die Schönheit der kleinen Dinge um uns herum und das Glück das in den Momenten liegt.

Die Welt ist voller Wunder, die es zu entdecken gilt.

Es ist ein Privileg die „kleinen Menschen“ ein Stück ihres Weges zu begleiten. Jeder Mensch strebt von Natur aus nach Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit und doch können wir diese nur im Miteinander erlernen und erfahren. So brauchen die Kleinen von uns eine sichere Basis, eine (oder mehrere) sichere Beziehung, die die Wurzeln bildet, um sich auf den Weg machen zu können, den Mut zu fassen und die Welt zu erobern. Kinder streben von sich aus danach sich die Welt zu eigen zu machen. Sie testen und beobachten und werden nicht müde immer wieder neue Versuche zu unternehmen, um Dinge zu lernen. Dabei nehmen sie die Menschen in ihrem Umfeld als Vorbild. Doch am Ende sind wir nur Begleiter, denn jedes Kind bahnt sich seinen Weg selbst. Mutig und ohne sich von Fehlschlägen abhalten zu lassen.

Ich freue mich diesen Prozess unterstützen zu dürfen.

 

6. Formen Pädagogischer Arbeit

6.1 pädagogische Arbeit

Meines Erachtens nach benötigen Kinder viel Raum für freies Spiel. Raum meint, eine geeignete Umgebung sowie ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit. Eine geeignete Umgebung definiert sich vor allem durch Sicherheit und die Möglichkeit selbst Erfahrungen zu sammeln. Für die Sicherheit bin ich in diesem Rahmen zuständig. Sei es durch Sicherung der Wohnung, Steckdosen und Fenstersicherungen, Klemmschutz, gesicherte Möbel usw. oder auch im Freien, indem ich mögliche Gefahrquellen erkenne und beseitige oder vermeide. Die Möglichkeit selbst Erfahrungen zu sammeln bietet sich in vielen verschiedenen Umgebungen; besonders geeignet ist die Natur. Daher ist es mein Ziel, möglichst viel Zeit mit den Kindern im Freien, auf dem Spielplatz oder in Parks zu verbringen. Jedoch gibt es noch andere Umgebungen, die den Jungen und Mädchen wertvolle Gelegenheiten bieten um Selbstbewusstsein, Selbstwert und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Hier sind mir drei Aspekte besonders wichtig: Sport, Musik und soziale Interaktionen.

Hirnforschung und Bildungsforschung zeigen wie wichtig Musik und Bewegung sind, um zu lernen und zu begreifen. Natürlich haben sie auch auf andere Bereiche unseres Lebens großen Einfluss, beispielsweise unsere psychische Gesundheit.

Daher ist es mir wichtig eine Kooperation mit einer Fachkraft für musikalische Früherziehung anzustreben, um regelmäßig mit den Kindern an einem Musikkurs teilzunehmen. Außerdem strebe ich auch die Zusammenarbeit mit einem Trainer für Kindersport an, sowie die Zusammenarbeit mit einem Altenheim, um den Kindern die Möglichkeit der sozialen Interaktion mit der älteren Generation zu bieten. Dies soll maximal zwei halbe Tage in der Woche in Anspruch nehmen um genügend Raum für das freie Spiel zu lassen.

Bei all dem möchte ich natürlich auch die Kreativität nicht zu kurz kommen lassen und biete in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit zum Basteln an. Material zum Malen steht den Kindern jederzeit zur freien Verfügung.

 

6.2 Erziehung

Bei der Erziehung lege ich besonderen Wert auf Kommunikation und darauf, dass sie frei von Gewalt ist. Ich denke, dass Erziehung weniger ein Machtspiel, sondern mehr eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein sollte.

Natürlich müssen in einer Gruppe von Menschen soziale Regeln im Miteinander eingehalten werden. Jedoch ist es dabei auch wichtig die Bedürfnisse des Einzelnen zu sehen und zu berücksichtigen. Jeder hat das Recht sich zu äußern (dies ist auch ohne Sprache schon möglich um seine Bedürfnisse klar zu machen); Freundlichkeit im Umgang sowie das Finden von Kompromissen sind notwendig.

 

 

Die Berührung

Ist das Fundament jeder Beziehung,

der Beziehung zu anderen

und zu sich selbst.

 

-Emmi Pikler-

 

6.3 Ankunft und Abschied

Jeder Junge und jedes Mädchen soll die Gelegenheit haben in Ruhe und in seinem eigenen Tempo hier anzukommen. Daher wird mit jedem Kind eine Phase der Eingewöhnung durchgeführt, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Grundsätzlich richte ich mich dabei nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell, stimme aber zusammen mit den Eltern die Phasen der Eingewöhnung auf jedes Kind individuell ab. Näheres dazu unter dem Punkt „Eingewöhnung“.

 

Der Übergang zum Kindergarten ist ein großer Schritt in der Entwicklung. Der Fokus soll dabei auf der Freude liegen, jedoch müssen auch Ängste und Sorgen wahrgenommen werden. Dies soll auch Thema in der Tagespflege sein. Wenn es soweit ist, biete ich die Möglichkeit sich im Gespräch oder in der kreativen Arbeit damit auseinander zu setzen. Jedes Kind soll außerdem einen Tag zum Abschied bekommen, an dem es im Mittelpunkt steht. Hier wird das Thema Kindergarten noch einmal in den Vordergrund gerückt und der Übergang mit Musik und Spielen gefeiert. (Das muss nicht zwangsläufig der letzte Tag sein, dies kann individuell mit den Eltern abgestimmt werden.)


7. Fortbildung

Jede Kindertagespflegeperson hat gem. § 6 SächsQualiVO mindestens 20 Stunden Fortbildung im Jahr nachzuweisen. Dementsprechend werde ich mich auch laufend in verschiedenen Themenbereichen weiterbilden.

 

8. Eidesstattliche Erklärung

Hiermit versichere ich, Mandy Wenzel, dass ich die vorliegende pädagogische Konzeption selbstständig verfasst und keine anderen Hilfsmittel und Quellen als die angegebenen verwendet habe.

Literaturverzeichnis:

Richtlinien der Stadt Leipzig zur Kindertagespflege gem. § 23 SGB VIII und SächsKitaG (Stand: 29.06.2012)

www.kita.sachsen.de: Sächsischer Bildungsplan

Uli Bott. Stressfrei und gelassen Professionalität im Kita-Alltag. Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2017 Zitat von Janusz Korczak

Bundesverband für Kindertagespflege. Lernort Kindertagespflege – Bildungsprozesse von Kindern verstehen und fördern

SGB VIII www.sozialgesetzbuch-sgb.de

Fotos: eigene Aufnahmen, Aufnahmen von der Urheberin dieser Konzeption